Das Weingut am Menzenberg
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Geschichte und Geschichten, die sich verlieren in einer fernen Vergangenheit, aus der nur wenig zu uns herübergekommen ist, hielt man doch damals im Mittelalter kaum die Daten von Bürgerlichen, Weingütern und anderen Gehöften in Dokumenten fest, es sei denn sie waren in klösterlichem Besitz oder einem der damaligen weltlichen Herren, vielleicht einem Grafen oder Fürsten zugehörig.
Allein der Name läßt bereits zwei Deutungen kursieren, einmal als mit einer Lautverschiebung versehen von Mensenberg abgeleitet, ein anderes mal von Mänzenberg. Im ersteren Fall bezieht sich der Name auf die im Mittelalter weit verbreitete Form der Bewirtschaftung von Weingütern durch Halbwiner, die den Weinberg gepachtet hatten und als Pächter im heutigen Sinne eine monatliche (menses) Abgabe an die eigentlichen Herren, Fürsten oder Klöster, in Form von Naturalien zu erbringen hatten. Die zweite Deutung geht davon aus, dass das nächste südlich gelegene Machtzentrum Meinz war und das Weingut im Besitz verschiedener Klöster aus dem Bereich Trier-Meinz in mundartlicher Sprache das der Mänzer war und insofern der Berg der Mänzer zum Menzenberg wurde. |
In den Besitz der Jesuiten kam das Weingut wohl zunächst nach dem Dreißigjährigen Krieg, da der vorherige Besitzer wie so viele verarmt und froh war einen Käufer gefunden zu haben, der ihm aus der schlimmsten Not helfen konnte. Das Datum, zu dem das erste Gebäude errichtet wurde bleibt unbekannt, da die erste urkundlich belegte Kenntnis von der Existenz eines Weingutes mit der Verkaufsurkunde des bereits bestehenden Weingutes vor dem Dreißigjährigen Krieges einsetzt. Für den Geldadel und Bonner Professorenschaft schien der Menzenberg im ausgehenden 18ten und im 19ten Jahrundert ein magischer Anziehungspunkt zu sein, der wohl nicht von ungefähr auch mit dem hier angebauten Wein zu tun hatte. So erwarb zunächst Karl Simrock, Germanist in Bonn, hier einen Weinberg und baute das Haus Parzival, heute Menzenberg Nr. 9. Durch Simrock war der Menzenberg in dieser Zeit fast allen damaligen Größen in Musik und Literatur ein Begriff. Die Musik kommt durch den Musikverlag seines Vaters mit ins Spiel; so soll auch Brahms einer Einladung hierher gefolgt sein und in dem benachbarten Gebäude eines Kölner Industriellen, dem Schloß Hagerhof, ein Konzert gegeben haben.
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